Freitag, 17. Februar 2012

Rezension: Casey Hill - Tabu

Tabu von Casey Hill

Ich habe erstaunlich lange mit mir gerungen, dieses Buch zu lesen. Für mich hat sich der Inhalt wahnsinnig spannend angehört, wobei ich gleichzeitig von der Tatsache abgeschreckt war, dass es hier mindestens eine ermittelnde Person gibt. Wenn ich Thriller lese, dann lieber aus der Sicht des irren Killers oder seiner Opfer. Letztendlich habe ich mich durchgerungen und Tabu gelesen. Vorweg kann ich sagen: ich bin angenehm überrascht.





Klappentext:

"Ein unaussprechliches Verbrechen. Ein unvorstellbares Motiv. Ein unaufhaltsamer Killer. Bei der Polizei in Kalifornien war sie eine erfolgreiche CSI-Spezialistin. Nun kehrt Reilly Steel zusammen mit ihrem Vater in dessen alte Heimat Irland zurück. In Dublin sind indes nicht alle neuen Kollegen bereit, Reillys ungewöhnliche Ermittlungsmethoden zu akzeptieren. Doch dann gelingt es ihr, mehrere ungeklärte Morde einem einzigen Täter zuzuordnen: Alle Taten waren extrem grausam, alle beziehen sich auf das Werk Sigmund Freuds – jedes Opfer wurde vor seinem Tod gezwungen, eines der größten Tabus zu verletzen, die die Gesellschaft kennt. Reilly ermittelt weiter. Und ihr wird klar, dass der Killer ihre Vergangenheit sehr genau zu kennen scheint. Was sie nicht weiß: Das dunkelste aller Tabus ist für sie reserviert ..."

Meine Meinung:

Casey Hill hat mit dem Buch "Tabu" einen angenehmen ersten Teil einer Serie rund um Fälle der forensischen Ermittlerin Rilley Steel herausgebracht. In Australien und Irland wird Ende März der nächste Teil veröffentlicht - wir können also gespannt sein. Was ich interessant finde: Casey Hill ist ein Synonym für ein Ehepaar aus Dublin. Mehr Info's?

Der größte Pluspunkt an diesem Buch waren für mich eindeutig die Charaktere. Sie sind so liebevoll gestaltet worden, die erwähnten Details und die Charaktereigenschaften - ich konnte sie mir mehr als bildlich vorstellen. Es ist auch definitiv für (fast) jeden Geschmack etwas dabei, sei es Reilly selbst, die selbstbewusste CSI-Spezialistin aus den USA oder gar Kennedy, ein träger, grimmiger Detective. Am Ende hatten sie aber alle ihre sympathischen Seiten und es gab niemand, den ich zum Teufel gewünscht hätte. Außer, ja, außer dem Killer.

Ich mag es, wenn das Buch auch aus Gedankengängen und Handlungen des Killers erzählt. Das ist hier, bis auf kleine Ausnahmen, leider nicht der Fall gewesen. Ich finde es einfach sehr spannend, wenn ich den Killer besser kennenlerne. Mich stört es auch nicht, wenn die Taten näher beschrieben werden, quasi wie Momentaufnahmen. Es gibt zwar die üblichen Tatortbeschreibungen aber irgendwie fehlte mir da einfach was.

Die Art der Ermittlungen und das Zusammenführen der einzelnen Puzzlestücke haben mir gut gefallen. Es war clever und brachte mir einige Aha-Momente. Selbst das Ende war schlüssig und hinterließ nicht einfach nur ein dickes, fettes Fragezeichen.

Teilweise hat mir dennoch etwas Spannung und Nervenkitzel gefehlt. Das wird jedoch an mir liegen, da ich normalerweise knallharte Thriller von Richard Laymon lese und liebe, damit ist Tabu definitiv nicht zu vergleichen. Ich hätte mir ein bisschen mehr von den Tabus gewünscht, dafür weniger Ermittlungen. Aber das liegt an mir, nicht am Buch.

Fazit:

Experiment geglückt, Marleen und Ermittler können doch zusammenpassen, zumindest ein bißchen. Ich habe dieses Buch selbst beim Warten auf die Straßenbahn gelesen, das soll was heißen. Für Thriller-Fans kann ich dieses Buch empfehlen. Aufgrund der Tatortbeschreibungen jedoch nicht für allzu Zartbesaitete.

4/5 Pandabären

Details:  
Softcover
400 Seiten 
Originaltitel: Taboo
ISBN: 3499256649
Preis: 9,99 € 

Kommentare:

  1. Deine Rezi hat sich sehr gut gelesen und ich bin auch eher der Typ, der aus sicht des Killers bzw des Opfers list.

    LG

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    1. Na, dann bin ich damit nicht alleine. Zuletzt hat mir Richard Laymon mit 'Die Jagd' eine große Freude bereitet, das war teilweise aus der Sicht des irren Killers geschrieben.

      Liebe Grüße
      Marleen

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