Mittwoch, 9. Mai 2012

Rezension: Brian Keene - Die Verschollenen

Die Verschollenen - Brian Keene

Auf der Suche nach etwas Nervenkitzel und mit der Neugier auf einen Autor, welcher meinen Lieblingen des Horrors (Richard Laymon, Bentley Little & Jack Ketchum) ähneln sollte, habe ich mich an mein erstes Buch von Brian Keene gewagt. Es sollte "Die Verschollenen" werden. Das Buch hat mich dann aber doch eher an einen Ketchum für Kinder erinnert, auch wenn es das natürlich nicht war. Ich habe es immer mit Ketchums 'Beutezeit' verglichen, was diesem Buch ähnelt, jedoch eher eine Weichspüler-Version mit weniger Charme, Witz und Horror ist.

Inhalt:

"Eine tropische Insel mitten im Ozean. Eine Gruppe Kandidaten für eine Reality-TV-Show. Ein Geheimnis, das den Trip ins Paradies schon bald in ein blutiges Gemetzel verwandelt. Wer schafft es heil von der Insel herunter? Und was zur Hölle treibt dort sein Unwesen? Das Spiel ist vorbei – der blutige Ernst des Überlebens hat begonnen…" (via Heyne)

Meine Meinung:

Als ich den Titel gesehen habe, musste ich direkt an die Serie LOST denken. Vom Setting her gibt es da zwar Parallelen, jedoch ist es nicht wirklich vergleichbar. Während ich das hier grade schreibe, läuft nebenher sogar LOST. Passt doch perfekt, oder? Leider nicht. Man kann "Die Verschollenen" nicht mit LOST oder Laymons "Die Insel" vergleichen, höchstens mit "Beutezeit" von Ketchum.

Gefallen hat mir der zeitliche Ablauf des Buches. Die Ankunft der Kandidaten so wie die ersten Tage auf der Insel blieben mir erspart. Wie in solchen Büchern üblich, kommt der Autor relativ schnell zur Sache und hat sich einen Sturm ausgesucht, in dem unser Abenteuer spielt. Das ist greifbar und war mal etwas anderes, da ich meistens Bücher mit längeren Zeitspannen lese.

Die Charaktere sind gemischt. Eigentlich ist für jeden etwas dabei, dann aber auch wieder nicht. Mir waren die Leute einfach viel zu wenig beschrieben. Sie hatten keine tiefe, den Humor eines Toastbrotes und auch sonst wären wir wohl nie wirklich Freunde geworden. Laymon schafft es einfach, seine Charaktere menschlich zu machen. Das hat mir hier gefehlt und ich musste mir, mehr als einmal, an den Kopf packen.

Ein weiterer, fehlender Aspekt war die intelligente Handlung. Das war nicht vorhanden, es war so wie in einem 'Horrorfilm' der eher eine Komödie ist. Da habe ich einfach schon viel bessere Bücher gelesen, in denen auch grausamer Inhalt intelligent beschrieben und verknüpft wurde - das war hier leider Fehlanzeige.

Die Geschichte an sich ist nicht logisch und schwer vorstellbar - aber das haben Bücher dieses Genres ja oft an sich. Entweder man mag das oder eben nicht, das ist Geschmackssache.

Fazit:

Leider wurde mit dem Aufkleber dem Buch keinen Gefallen getan. Ich habe Laymon immer wieder im Kopf gehabt und musste diese Vergleiche die ganze Zeit ziehen - welchen dieses Buch nicht gerecht wurde.

Zartbesaiteten kann ich dieses Buch wirklich nicht empfehlen. Es ist zwar harmlos, jedoch gibt es auch hier wirklich eklige Stellen, welche in meinen Augen aber immer eher lächerlich wirkten. Für Fans des Genres eine nette Abwechslung, mehr aber auch nicht. Leider gibt es nur 2 Pandabären und keine Leseempfehlung.

2/5 Pandabären

Details:
Taschenbuch
384 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
ISBN: 9783453527423

Links:
Die Verschollenen @Heyne Verlag
Leseprobe

Kommentare:

  1. Oh echt? Hab ich jetzt nicht mit gerechnet. Aber das liegt wahrscheinlich daran, dass Du Laymon enfach gewohnt bist. Meine Freundin empfindet das ganz ähnlich wie Du ;o)

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    1. Da wische ich mir doch bildlich den Schweiß von der Stirn - bin nicht die Einzige ;o)

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