Montag, 13. August 2012

Rezension: Karsten Flohr - Zeiten der Hoffnung

Es hat nun wirklich einen Monat gedauert, bis ich das Buch ausgelesen habe. Den ganzen Urlaub über habe ich es immer wieder vor mir hergeschoben und wäre es nicht für eine Leserunde gewesen, hätte ich es bereits zur Mitte hin abgebrochen. Von vorne:

Inhalt:

"Europa am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Adèle und Wilhelm kennen sich seit Kindheitstagen. Über die Jahre wird aus der kindlichen Freundschaft leidenschaftliche Liebe – eine Liebe, die nicht sein darf. Denn die Tochter eines elsässischen Weinbauern und der Sohn aus reichem Berliner Hause trennen nicht nur die gesellschaftlichen und politischen Umstände, längst ist Wilhelm mit einer anderen verlobt ... Dennoch träumen sie von einer gemeinsamen Zukunft. Als sich die deutsch-französischen Auseinandersetzungen zuspitzen, werden sie auseinandergerissen und finden sie sich plötzlich auf gegnerischen Seiten wieder: Adèle kämpft auf Seiten französischer Partisanen, Wilhelm muß als Soldat an die Front. Gibt es in diesen unruhigen Zeiten für ihre Liebe noch Hoffnung? Ein bewegender Roman über eine Liebe gegen alle Konventionen und Widerstände."(via Amazon.de)

Meine Meinung:

Die Inhaltsbeschreibung verspricht eine Liebesgeschichte zu Zeiten des ersten Weltkriegs. Das habe ich erwartet und leider nicht bekommen. Ich hatte gehofft, das Leben der Personen verfolgen zu können, den Krieg eher im Hintergrund zu beobachten und eine außergewöhnliche Geschichte über die Liebe zu erleben. Leider hat mich das Buch in dieser Hinsicht enttäuscht.

Der Schreibstil von Karsten Flohr hat mir zu Beginn gefallen. Gewöhnungsbedürftig waren die Zeitsprünge, welche oft stattfinden. So ist es auf der nächsten Seite zwei Monate später als auf der Aktuellen. Das hat mir zu Beginn gefallen, jedoch hat es mich dann endlos verwirrt, als der Krieg begonnen hatte. Die Wortwahl ist jedoch angenehm und der damaligen Zeit angepasst.

Die Geschichte geht, besonders zur Mitte hin, in einen fast puren Kriegsschauplatz mit gelegentlichen, politischen Punkten über. Dies zieht sich bis zum Ende durch und die Ereignisse um Wilhelm, der mit an der Front kämpft, wirken immer mehr an den Haaren herbei gezogen und unpassend zum entwickelten Charakter von Wilhelm.

Die Charaktere blieben für mich blass. Besonders Wilhelm und Adéle, welche eigentlich die Protagonisten sind, waren weit entfernt davon, meine 'Freunde' zu werden. Wilhelm ist ein unentschlossener, junger Mann, der den Ernst des Lebens (und letztendlich dem des Krieges) auch am Ende nicht verstanden hat. Hat er mir am Anfang noch gefallen, so war er am Ende leider sehr unglaubwürdig. Zu Adéle kann ich kaum etwas sagen. Sie tritt immer nur kurz auf und hat keine bedeutende Rolle in diesem Buch. Das ist schade, denn im Gegensatz zu Wilhelm hat sie mir gefallen.

Einzig und allein Wilhelms Schwester Elizabeth hat mein Herz erwärmt. Sie führt uns in den damaligen Stand der Frauen ein und kämpft wagemutig für unsere heutige Stellung. Die Geschichte um sie war es, die mich immer wieder aufgemuntert hat und mir hin und wieder kleine Lichtblick bescherte.

Fazit:

Von mir gibt es hier leider absolut keine Leseempfehlung. Alleine die Tatsache, dass ich wirklich vier Wochen für ein einziges Buch gebraucht habe, spricht hier Bände. Die Inhaltsangabe passt leider gar nicht zum Inhalt und letztendlich habe ich drei Kreuze gemacht, als ich die letzte Seite hinter mir hatte. Einzig und allein Elisabeth war ein wahrer Lichtblick - eine starke Frau zu einer schweren Zeit. Da ich wenig Erfahrung in diesem Genre habe und mir die Geschichte um Elisabeth wirklich gefallen hat, gibt es zwei Pandabären.

2/5 Pandabären
Ein großes Dankeschön geht jedoch an Lovelybooks und den Insel Verlag, dass ich an dieser Leserunde teilnehmen durfte.

Details:
Broschur
14.99 €
365 Seiten
Verlag: Insel Verlag
ISBN: 978-3458358466

Links:
Karsten Flohr @ Insel Verlag

Kommentare:

  1. Ui ...
    das hört sich auch überhaupt nicht danach an, als wäre es was für mich. Aber deine Rezi war toll geschrieben, hat mir gut gefallen!

    LG
    Lilly

    AntwortenLöschen
  2. Schade ... der Klapentext hat sich aber erstmal vielversprechend angehört.
    Lg Steffi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja :-( Wäre der nicht so fehl am Platz, wären meine Erwartungen ganz anders gewesen. Aber so ... :/

      Löschen