Sonntag, 17. April 2016

[Kindle] Rezension: Andreas Winkelmann - Killgame


 
Inhalt:

Dries Torwellen ist auf der Suche nach seiner Nichte, der Tochter seiner verstorbenen Zwillingsschwester. Er hat den Ruf, jeden zu finden, auch wenn sie nicht gefunden werden wollen.Sein Gespühr lässt ihn nie im Stich - und diesmal fühlt er, dass Nia in Gefahr ist.

Nia Herford ist von zu Hause ausgerissen. Sie will raus aus der Stadt, raus aus Deutschland. Das Glück scheint nicht auf ihrer Seite zu sein, bis sie auf Walter trifft.. Walter ist 70 und hat ein Haus in Kanada. Für Nia der Inbegriff von Freiheit.

Eine Lodge in den Wäldern von Kanada. Beworben mit einem einzigartigen Urlaubserlebnis. Ein Erlebnis, welches es so nur einmal gibt.







Autor:             Andreas Winkelmann
Titel:               Killgame
Genre:            Psychothriller/Horror
Verlag:            Wunderlich, 11. März 2016
Preis:              eBook ab 12,99 €, Buch ab 14,99 €
Seiten:            432
ISBN-10:          3805250800
ISBN-13:          978-3805250801
ASIN:               B01834VAXA

Meine Meinung:

Ich mag Spiele in Büchern. Besonders die, die nicht harmlos sind. Wenn ein Buch schon Killgame heißt, dann muss es einfach gelesen werden. Es war mein erstes Buch von Andreas Winkelmann und ich habe mich direkt Zuhause gefühlt, der erste Teil spielt nämlich in Frankfurt - zum Teil mit Angaben der jeweiligen Gegend.

"Wie es die anderen vor ihr getan hatten, nahm auch sie einen Stein vom Boden auf und ritzte ihren Namen ins Holz. Denn jeder Mensch braucht einen Grabstein." Killgame, S. 5

Das Buch beginnt mit einer kurzen Einsicht in das Killgame. Ich bekam einen ersten Einblick, wie es beim Killgame so zu geht und wie die Opfer gehalten werden. Der nächste Schwenk ging direkt zu Dries, dem Onkel von Nia. Die Art, wie Andreas Winkelmann das Buch aufgesetzt hat, hat mir sehr gut gefallen. Ich bekam die Geschichte aus vielen verschiedenen Sichtweisen erzählt. Ob Nia, Dries oder anderen Charakteren, welchen sie auf ihrer abenteuerlichen Reise begegnen.

"Gegen irdische Gegner zu kämpfen ängstigte Dries nicht mehr. Dieser Gegner jedoch ließ ihn zittern." Killgame, S. 91 

Die Ausarbeitung der Charaktere war sehr detailliert. Für meinen Geschmack war es, besonders bei Dries, leider zuviel. Dries hat seine Zwillingsschwester, die Mutter von Nia verloren. Doch auch über den Tod hinaus verbindet die beiden noch etwas und Jessica passt auf ihn auf, verhindert in der Welt der Schatten einen Übergriff auf Dries und gibt ihm Zeichen über eine Figur, die er immer bei sich trägt, Ere Ibedji genannt.

Die Thematik ist schwer zu beschreiben. Aber im Laufe der Geschichte gibt es immer wieder Passagen, in denen die ominösen Schatten auftauchen oder Jessica Dries etwas mitteilen will. Das war für mich leider zu viel des Guten, da das Buch an diesen Stellen ins Übersinnliche abdriftet. Dagegen habe ich zwar generell nichts, jedoch passte es überhaupt nicht in das Settting und gewann hier und da die Überhand.

Ere Ibedji:

Der Stamm der Yoruba ist für seine hohe Zwillingsrate bekannt. Leider sterben viele dieser Zwillinge sehr früh. Wenn ein Zwilling stirbt wird in der Kultur der Yoruba eine Zwillingsfigur geschnitzt, in die die verstorbene Seele des Zwillings einkehrt. Durch diese Hülle bleiben die Zwillinge weiter verbunden.

"Es klingt nach Freiheit und großem Abenteuer, nicht wahr? Bist du auf der Suche danach?" Killgame, S.70

Nia ist achtzehn und will die große Freiheit.  Sie kam sie zum größten Teil authentisch rüber, auch wenn ich hier und da an ihrem Verstand gezweifelt habe und ihren Kopf gerne Richtung Tischplatte gezogen hätte. Ihre Passagen waren, neben der der Lodge-Betreiber, meine Liebsten.

"Gegen das, was sie hier geboten bekamen, war eine Besteigung des Everests oder eine Amazonas-Flussfahrt zu den letzten Menschenfressern Kinderkram." Killgame, S. 134

Die Lodge-Betreiber. Verrückt und überaus gelungen. Ich mochte sie alle. Die Abschnitte aus ihren Augen waren meine persönlichen Highlights und haben mich stark an einen Laymon erinnert. An dieser Stelle ein großes Lob an Andreas Winkelmann, ich LIEBE verrückte Serienkiller - falls man sie so nennen kann.

Leider kamen sie erst relativ spät zur Geltung - aber ohne ihre Parts hätte das Buch einiges an Spannung, Verrücktheit und Humor (ja, echt!) verloren.

Die "Jäger" haben mir leider weniger zugesagt. Sie wirkten auf mich fahl und ohne Biss, mir war es egal was aus ihnen wird. Hier hätte ich mich über etwas mehr tiefe gefreut. Ich kann an dieser Stelle leider nicht viel sagen ohne zu spoilern aber: die Begründung, warum man solch eine Reise macht fand ich doof. Und Computerspiele mit einlaufen zu lassen erst recht - ich spiele ja auch viel und buche deshalb nicht gleich ein Killgame ;-)

Fazit:

Zu Beginn war das Buch etwas langatmig und langweilte mich. Zuviel wurde beschrieben, die besagten Schatten schreckten mich ab und Dries war einfach zu markant. Dies nahm aber nach der Hälfte eine rasante Wendung, welche das Buch zum Pageturner machte. Ich mochte den Schreibstil und die unterschiedlichen Perspektiven, habe mich gut unterhalten Gefühlt. Wer Laymon mag wird dem Buch auch etwas abgewinnen können. Wer eher ein Krimi-Typ ist, dem mag das Buch zu brutal und sexistisch erscheinen. Von mir gibt es hier drei Pandabären.

3/5 Pandabären
Links:

Killgame @ andreaswinkelmann.com
Killgame @ rowohlt (Wunderlich)  (incl. Leseprobe)
Andreas Winkelmann @ Facebook 


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