Montag, 18. April 2016

Montagsfrage: Wenn du liest, stellst du dir dann bewusst alles vor oder passiert das eher automatisch? Oder liest du einfach ohne Kopfkino?

http://buch-fresserchen.blogspot.de/

Wenn du liest, stellst du dir dann bewusst alles vor oder passiert das eher automatisch? Oder liest du einfach ohne Kopfkino?

Bei mir hängt das stark vom Buch ab. Je besser ich das Buch empfinde, desto ausgeprägter sind die Charaktere und die Umgebung. Wenn mir ein Buch nicht zusagt, dann habe ich auch keine Bilder im Kopf. Oft sind Bücher, bei denen ich stumpf den Text lese, dann auch Abbruch-Kandidaten.

Hier gibt es auch noch mal Abstufungen. Je besser das Buch ist, desto ausgeprägter und detaillierter sind die Charaktere und ihre Umgebung. Allerdings habe ich nie eine feste Vorstellung vom Gesicht. Es ist einfach nicht vorhanden. Haare/Haarfarbe und Form ja - Gesichtszüge, Augen und Mimik sind nicht. Es stört mich aber auch nicht, für mich ist das normal. Ich habe, bis heute, auch noch nie daran gedacht. Ich habe Euch mal zwei Beispiele rausgesucht:


Lexy v. Golden - Gefallene Mädchen

Hier hatte ich durchweg einen Film im Kopf. Ich kann heute noch "meine" Schauplätze beschreiben, habe eine klare Vorstellung von den Staturen und Frisuren der Charaktere - nicht aber der Gesichter. Sollte dieses Buch verfilmt werden, wäre die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Verfilmung mich eher enttäuschen würde. Meine Vorstellungen sind einfach zu konkret.


Ursula Poznanski - Layers

In diesem Buch hatte ich einzelne Personen und Schauplätze im Kopf, nicht aber die gesamte Handlung. Die Charaktere, für die ich ein Bild hatte, hatten im Laufe des Buches immer mal wieder andere Haarfarben, eine andere Statur und keinen großen Wiedererkennungswert. Sollte dieses Buch verfilmt werden, könnte es mir gut gefallen - die Story an sich war unterhaltsam.

Sonntag, 17. April 2016

[Kindle] Rezension: Andreas Winkelmann - Killgame


 
Inhalt:

Dries Torwellen ist auf der Suche nach seiner Nichte, der Tochter seiner verstorbenen Zwillingsschwester. Er hat den Ruf, jeden zu finden, auch wenn sie nicht gefunden werden wollen.Sein Gespühr lässt ihn nie im Stich - und diesmal fühlt er, dass Nia in Gefahr ist.

Nia Herford ist von zu Hause ausgerissen. Sie will raus aus der Stadt, raus aus Deutschland. Das Glück scheint nicht auf ihrer Seite zu sein, bis sie auf Walter trifft.. Walter ist 70 und hat ein Haus in Kanada. Für Nia der Inbegriff von Freiheit.

Eine Lodge in den Wäldern von Kanada. Beworben mit einem einzigartigen Urlaubserlebnis. Ein Erlebnis, welches es so nur einmal gibt.







Autor:             Andreas Winkelmann
Titel:               Killgame
Genre:            Psychothriller/Horror
Verlag:            Wunderlich, 11. März 2016
Preis:              eBook ab 12,99 €, Buch ab 14,99 €
Seiten:            432
ISBN-10:          3805250800
ISBN-13:          978-3805250801
ASIN:               B01834VAXA

Meine Meinung:

Ich mag Spiele in Büchern. Besonders die, die nicht harmlos sind. Wenn ein Buch schon Killgame heißt, dann muss es einfach gelesen werden. Es war mein erstes Buch von Andreas Winkelmann und ich habe mich direkt Zuhause gefühlt, der erste Teil spielt nämlich in Frankfurt - zum Teil mit Angaben der jeweiligen Gegend.

"Wie es die anderen vor ihr getan hatten, nahm auch sie einen Stein vom Boden auf und ritzte ihren Namen ins Holz. Denn jeder Mensch braucht einen Grabstein." Killgame, S. 5

Das Buch beginnt mit einer kurzen Einsicht in das Killgame. Ich bekam einen ersten Einblick, wie es beim Killgame so zu geht und wie die Opfer gehalten werden. Der nächste Schwenk ging direkt zu Dries, dem Onkel von Nia. Die Art, wie Andreas Winkelmann das Buch aufgesetzt hat, hat mir sehr gut gefallen. Ich bekam die Geschichte aus vielen verschiedenen Sichtweisen erzählt. Ob Nia, Dries oder anderen Charakteren, welchen sie auf ihrer abenteuerlichen Reise begegnen.

"Gegen irdische Gegner zu kämpfen ängstigte Dries nicht mehr. Dieser Gegner jedoch ließ ihn zittern." Killgame, S. 91 

Die Ausarbeitung der Charaktere war sehr detailliert. Für meinen Geschmack war es, besonders bei Dries, leider zuviel. Dries hat seine Zwillingsschwester, die Mutter von Nia verloren. Doch auch über den Tod hinaus verbindet die beiden noch etwas und Jessica passt auf ihn auf, verhindert in der Welt der Schatten einen Übergriff auf Dries und gibt ihm Zeichen über eine Figur, die er immer bei sich trägt, Ere Ibedji genannt.

Die Thematik ist schwer zu beschreiben. Aber im Laufe der Geschichte gibt es immer wieder Passagen, in denen die ominösen Schatten auftauchen oder Jessica Dries etwas mitteilen will. Das war für mich leider zu viel des Guten, da das Buch an diesen Stellen ins Übersinnliche abdriftet. Dagegen habe ich zwar generell nichts, jedoch passte es überhaupt nicht in das Settting und gewann hier und da die Überhand.

Ere Ibedji:

Der Stamm der Yoruba ist für seine hohe Zwillingsrate bekannt. Leider sterben viele dieser Zwillinge sehr früh. Wenn ein Zwilling stirbt wird in der Kultur der Yoruba eine Zwillingsfigur geschnitzt, in die die verstorbene Seele des Zwillings einkehrt. Durch diese Hülle bleiben die Zwillinge weiter verbunden.

"Es klingt nach Freiheit und großem Abenteuer, nicht wahr? Bist du auf der Suche danach?" Killgame, S.70

Nia ist achtzehn und will die große Freiheit.  Sie kam sie zum größten Teil authentisch rüber, auch wenn ich hier und da an ihrem Verstand gezweifelt habe und ihren Kopf gerne Richtung Tischplatte gezogen hätte. Ihre Passagen waren, neben der der Lodge-Betreiber, meine Liebsten.

"Gegen das, was sie hier geboten bekamen, war eine Besteigung des Everests oder eine Amazonas-Flussfahrt zu den letzten Menschenfressern Kinderkram." Killgame, S. 134

Die Lodge-Betreiber. Verrückt und überaus gelungen. Ich mochte sie alle. Die Abschnitte aus ihren Augen waren meine persönlichen Highlights und haben mich stark an einen Laymon erinnert. An dieser Stelle ein großes Lob an Andreas Winkelmann, ich LIEBE verrückte Serienkiller - falls man sie so nennen kann.

Leider kamen sie erst relativ spät zur Geltung - aber ohne ihre Parts hätte das Buch einiges an Spannung, Verrücktheit und Humor (ja, echt!) verloren.

Die "Jäger" haben mir leider weniger zugesagt. Sie wirkten auf mich fahl und ohne Biss, mir war es egal was aus ihnen wird. Hier hätte ich mich über etwas mehr tiefe gefreut. Ich kann an dieser Stelle leider nicht viel sagen ohne zu spoilern aber: die Begründung, warum man solch eine Reise macht fand ich doof. Und Computerspiele mit einlaufen zu lassen erst recht - ich spiele ja auch viel und buche deshalb nicht gleich ein Killgame ;-)

Fazit:

Zu Beginn war das Buch etwas langatmig und langweilte mich. Zuviel wurde beschrieben, die besagten Schatten schreckten mich ab und Dries war einfach zu markant. Dies nahm aber nach der Hälfte eine rasante Wendung, welche das Buch zum Pageturner machte. Ich mochte den Schreibstil und die unterschiedlichen Perspektiven, habe mich gut unterhalten Gefühlt. Wer Laymon mag wird dem Buch auch etwas abgewinnen können. Wer eher ein Krimi-Typ ist, dem mag das Buch zu brutal und sexistisch erscheinen. Von mir gibt es hier drei Pandabären.

3/5 Pandabären
Links:

Killgame @ andreaswinkelmann.com
Killgame @ rowohlt (Wunderlich)  (incl. Leseprobe)
Andreas Winkelmann @ Facebook 


Montag, 11. April 2016

Montagsfrage: Wenn du ein/e Buch(-reihe) restlos vergessen könntest, um es/sie nochmal neu zu lesen, welche/s wäre das?

http://buch-fresserchen.blogspot.de/

Wenn du ein/e Buch(-reihe) restlos vergessen könntest, um es/sie nochmal neu zu lesen, welche/s wäre das?

Ich würde gerne gerne alle(!) Teile von Die drei ??? und TKKG vergessen, um die Abenteuer als Buch oder Hörspiel noch einmal zu erleben. Ich habe die Hörspiele leider schon viel zu oft gehört und kenne sie größtenteils auswendig.

Mir fallen sonst einige Bücher ein, bei denen es ganz schön wäre, sie noch mal "Neu" zu lesen. So würde ich z.B. Die Tribute von Panem gerne noch mal lesen, ohne die Geschichte zu kennen und auch keine Bilder aus dem Film vor Augen zu haben. Hanni & Nanni oder die 5 Freunde wären ebenfalls passende Kandidaten - wobei ich dann auch noch mal die Situationen haben möchte, in denen ich sie als Kind gelesen habe ;-).

Wie sieht das bei Euch aus? Habt Ihr ein Buch, welches Ihr gerne komplett vergessen würdet?


Sonntag, 10. April 2016

[Hörspiel-Rezension] Dark Mysteries - Fuchsjagd





Dark Mysteries #1 - Fuchsjagd

Inhalt:

Ein Brief. Eine Einladung. Anonym. Elaine entscheidet sich, sie Einladung anzunehmen. Sie erwacht, ohne Erinnerung, mit mehreren, unbekannten Personen in einem Raum, von denen jeder Aufgaben erledigen soll. Ein Spiel um Leben und Tod und die Suche nach dem "Warum" beginnt...

"Er will, dass ich einen von euch töte." Dark Mysteries #1 - Fuchsjad



Label: Winterzeit Verlag und Studio (Soulfood) 
ASIN: 3943732088
Erscheinungsdatum: 12. April 2012

Meine Meinung:

Saw, anyone? Ja, die Geschichte hat definitiv einige Stücke aus den Filmen. Wer hier Zuhause ist, wird das ein- oder andere Flashback erleben. Wer davon gelangweilt ist, sollte die Finger von dieser Folge lassen. Das Motiv und die Aufgaben sind nicht identisch - aber der Grundgedanke passt 1:1. Die Auflösung hat mir sehr gut gefallen und ich hoffe, es geht an dieser Stelle später weiter.

Sprecher & Vertonung:

Die Sprecher haben mir gut gefallen. Die Sprechweise war angenehm, glaubwürdig und passend. Die Qualität der Vertonung ist top, daran habe ich nichts zu bemängeln.

Ambiente:

Über die Hintergrundmusik lässt sich streiten - Hard Rock gehört für mich nicht in ein Hörspiel - schon gar nicht, wenn die Musik eigentlich eine unheimliche, beklemmende Stimmung erzeugen soll.

Fazit:

Die Geschichte war actionreich, spannend und unterhaltsam, die Stimmung wurde leider durch die Musik gestört. Das Hörspiel ist nichts für schwache Nerven, die Auflösung auch nicht die logischste - aber das geht auch schlecht bei solch einem Thema. Ich mag verrückte, komische und spannende Horror-Stories - von mir gibt es 4 Hörspiel-Pandabären.

4  Hörspiel-Pandabären

Dienstag, 5. April 2016

Gemeinsam Lesen #158 (Minis Bücherblog #1)

http://schlunzenbuecher.blogspot.de/p/gewinnspiele_23.html

 

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade "Layers" von Ursula Poznansky und bin auf Seite 54. 

"Seit Dorian von zu Hause abgehauen ist, schlägt er sich auf der Straße durch – und das eigentlich recht gut. Als er jedoch eines Morgens neben einem toten Obdachlosen aufwacht, der offensichtlich ermordet wurde, gerät Dorian in Panik, weil er sich an nichts erinnert: Hat er selbst etwas mit der Tat zu tun?
In dieser Situation bietet ihm ein Fremder unverhofft Hilfe an und Dorian ergreift die Gelegenheit beim Schopf – denn das ist seine Chance, sich vor der Polizei zu verstecken. Der Unbekannte engagiert sich für Jugendliche in Not und bringt Dorian in eine Villa, wo er neue Kleidung, Essen und sogar Schulunterricht erhält. Doch umsonst ist nichts im Leben, das erfährt Dorian recht schnell. Die Gegenleistung, die von ihm erwartet wird, besteht im Verteilen geheimnisvoller Werbegeschenke – sehr aufwendig versiegelt. Und als Dorian ein solches Geschenk nach einem unerwarteten Zwischenfall behält, wird er von diesem Zeitpunkt an gnadenlos gejagt"
via Loewe-Verlag.de

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

"Es dauerte noch sechs Tage, bis Dorian erstmals für einen der Dienste eingeteilt wurde."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Bis jetzt bin ich mir noch nicht sicher, ob ich das Buch mag oder nicht. Ich habe Probleme, mich mit dem Protagonisten Dorian anzufreunden. Das Problem habe ich oft bei männlichen Protagonisten. Meistens legt sich das mit der Zeit - habe noch knapp 400 Seiten Hoffnung ;-) 
 
4. Beeinflusst es deine Kaufentscheidung positiv oder negativ, wenn ein Buch als Einzelband, Trilogie, Tetralogie oder als Reihe angelegt ist? Wenn ja, warum?
 
Ich kann es fast am Genre fest machen. Fantasy und Dystopien können gerne Trilogien + sein, im Bereich Thriller und Horror gefallen mir Einzelbände besser. Besonders bei Fantasy-Geschichten tauche ich gerne für 2-3 Bände (oder mehr) in eine Welt ab. Wenn ich hier die Wahl zwischen Einzelband oder einer Trilogie habe, wird es oft die Trilogie.

Bei Büchern im Bereich Thriller/Horror ist es genau anders herum. Oft beinhalten Reihen in diesem Genre Ermittlungen und ich habe an Polizeiarbeit in Büchern recht wenig Interesse. Einzige Ausnahme: Jugend-Thriller - da entscheide ich nicht nach der Anzahl der Bände.

Am Ende gibt es immer Ausnahmen. Ab und an suche ich auch gezielt nach einer kurzweiligen Fantasy-Geschicht oder es gibt DIE gehypte Horror-Trilogie, deren Cover so gut ist, dass ich sie lesen muss.

[Kindle] Rezension: Krystyna Kuhn - Monday Club #1 - Das erste Opfer




Inhalt:

Faye Mason ist 16, lebt in Bluehaven und leidet unter einer seltenen Schlafkrankheit, der idiopathischen Insomnie. Deshalb schläft sie oft nächtelang nicht, was bei ihr Halluzinationen auslösen kann. Als ihre beste Freundin Amy stirbt und sie Amy nachts auf der Straße sieht ist sie sich nicht sicher - lebt Amy noch oder halluziniert sie schon? Hat der Monday Club seine Finger im Spiel?

Autor:             Krystyna Kuhn
Genre:            Young Adult / Mystery-Thriller
Verlag:            Oetinger
Preis:              eBook ab 4,99 €, Buch ab 16,99 €
Seiten:            384
ISBN-10:          3789140619
ISBN-13:          978-3789140617
ASIN:               B00Y2V6RZU
 

Meine Meinung:

Monday Club #1 - Das erste Opfer von Krystyna Kuhn ist bisher als eBook, Hardcover und Hörbuch erschienen. Das Cover finde ich grandios, die Farbkombination ist genau mein Ding. Die eBook-Version hat mir leider nicht so gut gefallen. Es schien mir, als wurde hier kein großer Wert auf die Formatierung gelegt, oft wurden Wörter einfach auseinander gerissen, ohne das es dafür einen Grund gab. Aus dem Wort "Schülern" wurde z.B. "Schü ler", was den Lesefluss ab und an gestört hat. Die Reihe ist als Trilogie angesetzt, wir dürfen uns also noch auf zwei weitere, spannende Bücher freuen.
"Niemand verrät den Monday Club" Monday Club, S. 3
Bereits der Prolog des Buches spielt sich im Monday Club ab. Danach wollte ich als Leser sofort wissen: Was hat es mit dem Club auf sich? Über wen wird hier geredet? Zugegeben: um was es sich bei dem genannten "Monday Club" wirklich handelt, weiß ich auch nach diesem Buch nicht. Vermutung gibt es, aber hier lässt Krystyna Kuhn den Leser im dunklen. Sie tagen Montags, er existiert seit der Gründung Bluehavens und in ihm sind die Ältesten und Wohlhabendsten der Stadt. Auch unsere Protagonistin, Faye, wird irgendwann ihre Einladung bekommen. Vorher wird sie nicht erfahren, um was es wirklich geht, denn jedes Mitglied muss einen Eid schwören - niemand verrät den Monday Club.
"Ich sollte Verantwortung tragen, Entscheidungen treffen. Aber Fragen stellen durfte ich nicht." Monday Club, S. 132
Faye, die Protagonistin, durch deren Augen wir die Geschichte erleben, wird völlig aus der Bahn gerissen, als ihre beste Freundin Amy stirbt. In der darauf folgenden Nacht sieht sie Amy auf der Straße. Ist es eine Halluzination? Ist das wirklich Amy? Obwohl diese Thematik wirr ist und Faye ihre Höhen und Tiefen erlebt, habe ich sie stets als glaubwürdig und angenehme Person wahrgenommen und die Welt gerne aus ihren Augen gesehen.
"One, two, three, four, five, six, seven, all good children go to heaven." Monday Club, S. 37
Krystyna Kuhn hat sich eine Menge, unterschiedliche Charaktere einfallen lassen, welche mir durchweg sympathisch waren. Mein absoluter Liebling ist dennoch Missy. Missy ist eine geistig verwirrte Frau, welche mehr zu wissen scheint, als sie zugibt. Wenn sie in den verschiedenen Bereichen des Buches auftauchte, wurde die Stimmung um Längen mysteriöser. Missy übernimmt immer wieder eine kleine Rolle und taucht an Plätzen auf, an denen sie weder Faye noch ich erwartet haben. Leider habe ich nur wenig über sie erfahren, ich hoffe, dass das im nächsten Teil geändert wird.

Auch der Schreibstil von Krystyna Kuhn hat bei mir keine Wünsche offen gelassen. Sie umschreibt die Situation und Geschehnisse, ohne das Langeweile aufkommt. Für mich hat sie immer die richtigen Worte gefunden um das Mystery-Feeling aufrecht zu halten.
"Nichts ist, wie es scheint... dieser Satz stand in Büchern. Nur -  das hier war kein Buch." Monday Club, S.171
Mein größter Kritikpunkt am Buch ist das Geheimnis um den Monday Club. Viel wird gesagt, ich stellte viele Thesen auf - aber was der Monday Club nun wirklich ist, das weiß ich nicht. Viele Personen machen Andeutungen, es scheint Zusammenhänge zu geben - letztendlich hat mich das Buch aber mit meinen ganzen Fragen zurückgelassen. Mehr noch, am Ende wurden meine "Ideen" auch noch angefixt. Dies spricht natürlich für das Buch und die Autorin, ich will ja nun 100%ig wissen, wie es weiter geht. Aber manchmal ist es eine Spur zu viel des Guten. Manchmal hinterlassen zu viele, offene Fragen ein negatives Gefühl - so ist es auch in diesem Fall.



Schaut auch mal auf die Website zum Buch. Dort gibt es eine Karte von Bluehaven, ein medizinisches Wörterbuch, kleine Steckbriefe zu den wichtigsten Charakteren und Wallpaper zum Buch.

Fazit:

Trotzdem hat mir das Buch schöne Lesestunden beschert. Die Geschichte ist von Anfang bis Ende spannend gewesen und hat sich als wahrer Pagetuner entpuppt. Durch den Schreibstil von Krystyna Kuhn hatte ich zu jederzeit meine eigenen Bilder vor Augen. Auch die Auflösungen, die ich bekommen habe, waren schlüssig und haben mir gefallen. Ich bin sehr gespannt, ob mir im zweiten Teil mehr Fragen beantwortet werden und bin froh, dass das Buch im Mai erscheinen soll. Für außergewöhnliche Charaktere, einen spannenden Plot und Gänsehaut-Feeling gibt es von mir 4 Pandabären.

4/5 Pandabären
Links:

Monday Club Website zum Buch
Monday Club #1 @ Oetinger
Website Krystyna Kuhn 

Reihe:
Monday Club #1 - Das erste Opfer 17.07.2015

Monday Club #2 - Das zweite Opfer - Mai 2016


Montag, 4. April 2016

Montagsfrage: Was haltet ihr von Büchertausch, z.B. via Bookcrossing oder offenen Bücherschränken?

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Hallo ihr Lieben,

etwas, was mir bei meinem Neuanfang direkt aufgefallen ist, ist die Aktion von Bücherfresserchen, die Montagsfrage. Die Idee finde ich toll und deshalb steige ich direkt mal ein. Die heutige Frage lautet: 

Was haltet ihr von Büchertausch, z.B. via Bookcrossing oder offenen Bücherschränken?

Ich nutze in diesem Bereich lediglich Tauschticket. Letzten Monat habe ich dort eine meiner Fachbuch-Sammlungen aufgelöst, was mir im Tausch 47 neue Bücher gebracht hat. Ich habe meine Tickets größtenteils dafür genutzt, Trilogien und Reihen aufzustocken und genau dafür ist Tauschticket wirklich gut. Es gibt alte Editionen, Bücher, die nicht mehr zu bekommen sind und sogar ganz neue Ausgaben. Je nachdem, wie viele Tickets man ausgeben mag, ist immer etwas dabei. 

Man muss sich jedoch zwingend die Beschreibung durchlesen - oft wird hier vermerkt, ob das Buch ein Mängelexemplar ist, ob es Leserillen oder Dellen hat etc. Das dies immer stimmt ist nicht gewährleistet, jedoch kann man hier die Bewertungen des Nutzers zu Rate ziehen oder noch mal nachfragen. Manche Nutzer machen auch Bilder von ihren Exemplaren, das ist natürlich der beste Indikator.

Bei den 47 Büchern war lediglich ein Buch dabei, welches nicht wie beschrieben war. Es war als "Sehr Gut" gekennzeichnet und in Wirklichkeit mit Leserillen übersät, sehr schief gelesen und dem Geruch nach hat es in der Küche gestanden. Ein zweites Exemplar wurde vom Nutzer noch mal kräftig mit Parfüm eingesprüht, bevor es versandt wurde. Bitte, liebe Leute, macht das nicht. Ich wollte das Buch sofort lesen aber jegliche Versuche scheiterten an dem penetranten, für meine Atemwege nicht erträglichen, Geruch.

Die meisten der Bücher, die ich bekommen habe, waren sogar ungelesen. Meiner Erfahrung nach hat man da die besten Chancen, wenn das Buch 2-3 Jahre alt ist. Die aktuellen Titel hatte fast alle Leserillen - da es vermerkt wurde war es mir recht, kann ich auch mal ein Buch lesen ohne darauf zu achten, keine Rillen zu erzeugen ;-)

Nutzt ihr Tauschticket? Habt ihr Kriterien, nach denen ihr dort Bücher anfragt?


Samstag, 2. April 2016

[Hörbuch] Rezension: Max Rohde - Die Blutschule




Inhalt:
"Eine unbewohnte Insel im Storkower See
Eine Holzhütte, eingerichtet wie ein Klassenzimmer
Eine Schule mit den Fächern: Fallen stellen. Opfer jagen. Menschen töten.

Die Teenager Simon und Mark können sich keinen größeren Horror vorstellen, als aus der Metropole Berlin in die Einöde Brandenburgs zu ziehen. Das Einzige, worauf sie sich freuen, sind sechs Wochen Sommerferien, doch auch hier macht ihnen ihr Vater einen Strich durch die Rechnung. Er nimmt sie mit auf einen Ausflug zu einer ganz besonderen Schule. Gelegen mitten im Wald auf einer einsamen Insel. Mit einem grausamen Lehrplan, nach dem sonst nur in der Hölle unterrichtet wird ..."
via Sebastian Fitzek
Titel:               Die Blutschule
Autor:              Max Rhode
Sprecher:        David Nathan
Spieldauer:     5:45h - ungekürzte Audible-Fassung

Meine Meinung:

Wenn ein Medium das Wort "Blut" im Titel hat, werde ich immer hellhörig. Da klingelt was in meiner Horror-Gehirnhälfte, die sofort wissen will, um was es geht. So auch bei "Die Blutschule".

Max Rhode sagte mir zu Anfang nichts, jedoch habe ich schnell mitbekommen, dass Sebastian Fitzek dahinter steckt und hier unter einem Pseudonym schreibt. Ich hatte erst überlegt das Buch zu lesen, kann jedoch nicht wiederstehen, wenn das Hörbuch von David Nathan gelesen wird. Ich bin kein großer Hörbuch-Hörer (außer beim Putzen ;-)), aber die Bücher, die David Nathan liest, höre ich sehr gerne. Ich rezensiere hier die ungekürzte Audible-Fassung.

Titel und Klappentext hatten bereits angekündigt, um was es im Buch gehen wird. Ich startete den Player, begann zu putzen und wartete. Und wartet. Und wartete. Kurz gesagt: die eigentliche Story begann sehr, sehr spät - ich würde sagen etwa zur Hälfte des Hörbuches. Für mich hätte die Hauptgeschichte gerne eher starten können. Die Informationen, die ich bis dahin bekommen habe, ergaben ein stimmiges Bild, hätten aber auch schneller 'abgehandelt' werden können. Aber es lies sich gut hören und irgendwie wollte ich dann ja doch wissen, wie es weitergeht.

Nachdem ich endlich bei der eigentlichen Schule angekommen war, war ich auch schon wieder weg. Dieser Teil, der wirklich eine gute Idee war, wurde leider viel zu schnell abgehandelt. Auch die benannten 'Unterrichtsfächer' treten nicht wirklich in den Vordergrund.

Kommen wir zum Ende. Das Ende, welches ich bei diesem Buch nicht erwartet habe und welches mir gar nicht gefallen hat. Weder die Idee, noch die Umsetzung. An dem Punkt war ich wirklich kurz davor, das Hörbuch abzubrechen - wären es nicht nur noch 30 Minuten gewesen.

Die Charaktäre haben mich weder genervt, noch habe ich sie geliebt.  Sie waren blass, ich hatte keine Bilder vor Augen und keine Sekunde mit ihnen gelitten.

Fazit:

Eine Blutschule, an der Fallen, Opfer und Töten gelehrt wird, ist an sich eine tolle Idee. Diese wurde hier leider nicht in den Vordergrund gestellt. Dennoch habe ich das Hörbuch, was zuletzt sicher auch David Nathan zu verdanken ist, bis zum Ende gehört. Für die Idee, den fabelhaften Sprecher und die Grundspannung gibt es 2 Pandabären. 

2 Pandabären

Links:
Die Blutschule auf Lübbe Audio
Website von Sebastian Fitzek 
Die von mir gehörte Version @ Audible